Der Unterschied zwischen der Betriebs- und der Volkswirtschaftslehre besteht darin, dass sie das Wirtschaften von verschiedenen Blickwinkeln aus betrachten. Grob gesagt betrachtet die Betriebswirtschaftslehre nur ein Unternehmen, die Volkswirtschaft dagegen die gesamte Volkswirtschaft. Selbstverständlich sind die Grenzen zwischen diesen beiden Wissenschaften fließend, so ist es z.B. für beide von Interesse, wie der Preis auf dem Markt gebildet wird, im Kern ist die Fragestellung aber eine völlig andere:

Weil die Betriebswirtschaftslehre sich mit einem einzelnen Unternehmen befasst, versucht sie Antworten darauf zu finden, wie sich der Gewinn maximieren lässt, welche Marketing-Maßnahmen sinnvoll sind, um ein Produkt besser verkaufen zu können oder ob man z.B. eine Kooperation mit einem anderen Unternehmen eingehen sollte. Dies sind Fragen, die der Volkswirtschaftslehre völlig fremd sind, weil es dort um die gesamte Volkswirtschaft geht, es wird niemals die Frage gestellt werden, wie z.B. die Volkswagen AG ihren Gewinn maximieren kann, sondern wie die Preisentwicklung in der Automobilbranche ist, wie sich die Arbeitslosenzahl in einem bestimmten Land entwickelt oder wie sich die Einkommen in einem Land verändert haben.

Zwar mag diese Unterscheidung anhand von Beispielen sehr vage scheinen, dennoch machen die Beispiele überaus deutlich, dass die Fragestellungen und damit die Sichtweisen auf das Wirtschaften völlig verschieden sind.